Laborgebäude Bonn

Neubau multifunktionales Laborgebäude für Tierwissenschaften (MFL) sowie dazugehörige Außenraum- und Dachgestaltung

Erschließung und Durchwegung
Das neue Laborgebäude ist fußläufig von allen vier Seiten erschlossen. Der Haupteingang am Campusplatz an der Südwestecke des Gebäudes und der Eingang an der Fridrich-Hirzebruch-Allee wird von den vorhandenen Alleepflanzungen gesäumt.
Auf der Nordseite wird der dortige Nebeneingang über einen neuen, parkartig gestalteten Rampenweg erschlossen, der den Höhenunterschied von rund einen Meter zum Institut für Bodenkunde und zum Katzenburgweg ausgleicht. Der alte Baumbestand aus Platanen bleibt erhalten. Das Konzept des „essbaren Campus‘“ wird hier durch die Pflanzung von Streuobstarten und einer Wieseneinsaat auf der leicht abfallenden neuen Grünfläche umgesetzt.

Vier PKW-Stellplätze für Behinderte und 100 Fahrradstellplätze reihen sich entlang des neuen Erschließungsweges auf der Ostseite des Neubaus zwischen Katzenburgweg und Fridrich-Hirzebruch-Allee auf, wo auch die Anlieferflächen nachgewiesen werden. Alle Stellplätze sind in wasserdurchlässigem Rasenfugenpflaster und die Wegeoberflächen mit einem Betonwerkstein-Plattenbelag befestigt. Die Alleepflanzung wird hier gemäß Masterplan fortgeführt.

Hof-Oase
Der Innenhof mit 5 großzügigen, baumbestandenen Pflanzinseln, die mit umlaufenden Sitzkanten aus Sichtbeton mit Holzauflagen eingefasst sind, bieten kommunikative Aufenthalts- und Rückzugsorte.
Die mit Farnen und Waldgräsern bepflanzten Flächen verbessern das Mikroklima im Hof. Vereinzelte Wasserflächen und schattenspendende Baumkronen tragen zur Kühlung bei.

Dachgärten und -terrassen
Die begehbaren, mit Felsenbirnen und Beerensträuchern intensiv begrünten Dachgärten an der Nordost- und Südwestseite des Gebäudes schaffen Erholungsräume mit Ausblick auf den Poppelsdorfer Campus. Die Vegetation der Dachflächen aus Lavendel- und Thymianarten ist insektenfreundlich und fördert die Biodiversität. Auch hier sind zur Verbesserung des Mikroklimas Wasserflächen zur Kühlung und Verdunstung vorgesehen.
Nisthilfen für gebäudeaffine Vogelarten, wie Mauersegler, Haussperling und Dohle, sowie für Fledermäuse werden in die Fassade integriert.
Die extensiv mit Mauerpfeffer und Schnittlauch begrünten Dachflächen auf den beiden Technikgeschossen begünstigen durch ihre kühlende Wirkung darüber hinaus die Funktionsfähigkeit der dort geplanten Photovoltaikanlage.

Regenwassermanagement
Obwohl der Grundwasserflurabstand ausreichend groß ist, wird jedoch aufgrund der anstehenden bindigen Böden, der teilweise vorhandenen Altlasten und inhomogenen Auffüllungen eine Versickerung von Regenwasser nur als bedingt möglich erachtet. Als alternative Strategie werden daher die extensiv und intensiv begrünten Dachflächen mit einer Retentionsschicht versehen, die 70-80 Liter Wasser pro Quadratmeter speichern und verzögert abgeben kann. Überschüssiges Wasser wird unterirdisch in Zisternen gesammelt und zur Pflanzenbewässerung im Hof genutzt.